»Mord – biologisch«

Bitte mehr „BIO“!
„Wenn du in der Früh aufwachst und dir nichts weh tut, dann bist du tot!“ Aberwitzige Wortwendungen wie diese prägen die Krimikomödie „Mord biologisch“, die der Wahlpflichtkurs der Oberschule an der Deilich in Bad Harzburg, bestehend aus zehn SchülerInnen unter der Spielleitung von Peter Rausche, nach einer Stückvorlage von Christine Steinwasser etwa im Stile des Ohnsorg-Theaters auf die Bühne im Haus Drei bringt.
Im Zuge eines Schutzprogramms landen zwei Zeugen eines Verbrechens (mit neuen Namen) Klaus Johannsen und Klaus Petersen in einer alten Dorfkneipe, die sie als „Chill-Out Place“ wiedereröffnen. Auch an den Kommentaren zu dieser Umbenennung werden das Milieu und die unterschiedlichen Charaktere der vermeintlichen „Dorfidylle“ eingeführt, die es faustdick hinter den Ohren haben (von Stammtischparolen über Eifersüchteleien bis hin zu Drogenhandel und Erpressung): „Keiner spricht mehr Deutsch […] Oder Latein.“ „Gibt's bei Ihnen nur Chilli [oder auch einen Schweinebraten]?“ „,Schüttelfrost heraus‘. Das ist aber ein merkwürdiger Name für ein Wirtshaus.“
Klaus und Klaus werden von der Bürgermeisterin des Dorfes erpresst, sie sollen ihr einen Anteil des Umsatzes zahlen, damit sie die beiden Zeugen nicht an deren Verfolger verrät. Schon bald tauchen zwei vermeintliche Kopfgeldjägerinnen im „Chill-Out Place“ auf. Und plötzlich wird die Frau Bürgermeister tot aufgefunden…. Wer ist der Täter? Klaus, der von ihr um Schutzgeld Erpresste? Die eifersüchtige Neiderin? Oder der seiner Frau überdrüssige Ehemann? Nach einer Reihe Verwechslungen und (Wieder-)Erkennungsszenen wird der Mörder am Ende doch noch überführt...
Spielfreude ist den SchülerInnen anzusehen. Allerdings zeigt nicht zuletzt das auf den Tischen der Dorfkneipe ausliegende umfassende Text-Ringbuch der Krimikomödie, das von den SpielerInnen immer öfter als „Souffleur“ genutzt werden muss, dass das Stück zu dominiert vom Sprechtext und mit 75 Minuten Spielzeit zu lang ist. Eine deutliche Kürzung der Spielvorlage wäre nicht nur der Zeitvorgabe der Schultheaterwoche von maximal 60 Minuten entgegengekommen, sondern hätte mehr Spiel mit Körpersprache ermöglicht. Auch der Einsatz von Musik hätte bestimmt einige Passagen spannender machen können (z.B. als Leitmotiv für Figuren(gruppen), als Zitate bekannter Krimis etc.). Im Sinne des Titels also bitte mehr „bio“, bitte noch mehr Leben ins Spiel bringen!
Von Friederike Fellner

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