»Viel Lärm um nichts«

Die, die sich nicht wollen, kriegen sich…
Das war einfach schön. Die HvF-Acting AG zeigt William Shakespeares „Viel Lärm um nichts“ mit großer Spielfreude.
Die, die sich nicht wollen, kriegen sich, und die, die sich erst wollen, dann nicht wollen, dann wieder doch wollen, kriegen sich am Ende auch. Oder? Ein heilloses Durcheinander herrscht in Shakespeares „Viel Lärm um nichts“ - doch nicht bei den Spielerinnen und Spielern der Hvf-Acting-AG. Die sind nämlich alle hochkonzentriert. In knackig aufeinander folgenden Szenen wird, laut Ankündigungstext, „Das Alphabet der Gefühle einmal durchstudiert.“ Es passiert aber noch mehr: Die 19-köpfige Gruppe zeigt, dass sie der großen Bühne im Kleinen Haus zweifelsohne gewachsen ist. Jede Rolle ist hier bis ins kleinste Detail gut besetzt und hervorragend gespielt.
Dabei schafft es das starke Ensemble unter der Spielleitung von Christine von Samson-Mark und Greta Rugullis den eleganten Spagat zwischen Werktreue und zeitgemäßer Inszenierung. Ein minimalistisch-modernes Bühnenbild (sechs weiße, halbmenschenhohe Quader) dient den Spielerinnen und Spielern dabei als Spielfläche, die beliebig umgedeutet werden kann: So wird aus der Säule eine Parkbank, aus der Parkbank ein Altar, aus dem Altar Gefängnismauern usw. Dieses Spiel mit der Requisite hätte in der Tat noch mehr ausgenutzt werden können, doch die spielfreudige HvF-Acting-AG setzt auf Reduktion und besinnt sich auf das Grundlegende: Spielen und Sprechen. Dabei wird der herrlich komische Text (eine gelungenen Übersetzung, die urspünglich für eine Inszenierung der Schaubühne Berlin entwickelt wurde) von ausnahmslos allen Spielern und Spiellerinnen gleichermaßen überzeugend umgesetzt, sodass es in jeder Szene eine Freude ist, zuzusehen. (Nicht zu vergessen dabei: die hochkomische Gesangseinlage von Alexandros Contis.)
Unterstützt wird dieses gelungene Spiel mit Raum, Gestik und Mimik durch eine liebevolle Kostümauswahl. Hierbei ist besonders hervorzuheben, dass die Kleider der weiblichen Hauptfiguren eigens für diese Inszenierungen von Greta Rugullis entworfen und genäht worden sind. Live-Musik kommt während des gesamten Stücke von Jonas Mohr am Klavier, der die Musik für diese Inszenierung selbst komponiert hat. „Viel Lärm um nichts“ ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie klassisches Sprechtheater auch bei einer Schultheaterwoche funktionieren kann.
Am Ende: Jubelnder Applaus. Viel Lärm für eine gelungene Inszenierung.
Von Kyra Mevert

Kommentieren

Die Kommentar-Funktion wurde wegen Spam-Missbrauch deaktiviert.

Fotos zu den Stücken

Sie haben ein Foto zu »Ihrem« Stück? Wir fügen es gerne der Beschreibung hinzu! Bitte schicken Sie es an .

Mehr Termine...

Schultheaterkalender ...finden Sie auf dem Schultheater- kalender. Spielleiter können dort weitere Aufführungstermine unkompliziert bekannt machen!

Archiv