»Die Dummköpfe«

Ein Pappkarton-Stück
Auf einer nahezu leeren Bühne sitzen rechts und links Schüler_innen in schwarzen T-shirts und schwarzen Hosen. In der Mitte steht ein Mülleimer. Eine der Schüler_innen steht auf, guckt in den Mülleimer, holt eine Wurst und eine Winkekatze heraus und sagt, sie habe eine Wurst und eine Katze gefunden und was für ein Glück das sei, auf dem leeren Schulhof so etwas zu finden. Der imaginäre Raum der Schule wird im Verlauf durch Umzugskartons markiert. In der Klasse, bei der strengen Frau Brüllmann, wird die Katze von eben dieser konfisziert.
Das Stück ist eine kleine Fantasiegeschichte, bei der die Kinder der Klasse in Frau Brüllmanns Haus einbrechen, um die Katze wieder zu holen. Dabei ist Frau Brüllmanns Haus eine scheinbar unüberwindbare Burg, in die die Kinder nur kommen, wenn sie ihre eigenen Fähigkeiten einsetzen: Einstein, die Klassenbeste, trommelt alle zusammen: Hollywood, die nur Filme guckt, Spucki, der ganz weit springen kann, Klammer, die ein Seil herstellen kann, Zauberauge, der andere hypnotisieren kann. Damit der Zuschauer sie nicht verwechseln kann, tragen alle ihre Namen auf dem schwarzen Shirt. Leider passiert es oft, dass die Kinder an manchen Stellen mit dem Rücken zum Publikum stehen. Nachdem die Kinder das Burgtor, welches auf die aufeinander gestapelten Kartons gemalt ist, überwunden haben (mithilfe von Zauberauge und Spinne), sind sie in der Burg, wo die Lehrerin gerade eine Party feiert. Sie suchen überall, finden schließlich im Schlafzimmer den Safe, in dem die Katze versteckt ist. Sie hinterlassen der Lehrerin einen Brief, dass sie, die Schlaumeier, sie doch überlistet haben.
Nach 20 Minuten ist das Stück vorbei. Etwas Überraschendes ist dabei nicht passiert, außer, dass einmal die echte Lehrerin auf die Bühne huscht, um eine Standtafel wieder auf zu stellen, die der Frau Brüllmann beim Beiseiteschieben einmal umfiel. Dabei hat die echte Lehrerin oder Betreuerin scheinbar noch nicht verstanden, was der Unterschied zwischen einer Bühnensituation und einer Probensituation ist. Bei einem Theaterstück im großen Haus würde niemals die Regisseurin oder der Regisseur auf die Bühne gehen, um ins Geschehen einzugreifen, selbst wenn etwas Ungeplantes passiert. Die einzige Ausnahme wäre, wenn das Einschreiten der Regisseurin zum Stück gehört. Es ist davon auszugehen, dass dieses Eingreifen, welches viel Aufmerksamkeit während der Vorstellung eingenommen hat, nicht zum Stück gehörte. Dadurch wurde die Illusion eines imaginären Raumes vollends zerstört. Andererseits kann man von Grundschülern vielleicht auch nicht so viel Bühnensouveränität wie von älteren SchülerInnen erwarten…
Was es Positives zu sagen gibt: Die Kinder waren kreativ, man hat sich ein bisschen an die Fünf Freunde von Enid Blyton erinnert gefühlt, die sich auch auf eine Abenteuergeschichte einlassen.
Von Anna-Maria Buchgraber

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