»Non scholae, sed vitae ludimus!«

Gerappter Goethe
Eine leere Bühne, rechts und links stehen Stühle und je ein Mikrofonständer. Ein Junge und ein Mädchen in Sakkos erscheinen im Scheinwerferlicht. Stolz verkünden sie, dass ihre Schule, das Gymnasium Große Schule Wolfenbüttel, dieses Jahr 475 wird. Ein Anlass, sich die Unterschiede des Schulalltags heute versus früher anzugucken. Aber auch der Zukunft soll sich gewidmet werden.

Zu dem berühmten 20th-Century-Fox-Intro positionieren sich mehrere Schüler in Uniformen auf der Bühne. Synchron heben sie die Hände zum Salutieren und bleiben im Freeze stehen. Get Lucky von Daft Punk ertönt und ein Haufen lauter, ausgelassener Kinder betritt die Bühne. Mit Sonnenbrillen und Smartphones wird ein Selfie nach dem anderen geschossen.

Stille erfüllt den Raum, als die „Coolen Kinder", die „Weißkragen″ kritisch mustern. Als diese auch noch anfangen, lateinische Sätze zu rezitieren, werden sie mit viel Lärm von der Bühne gedrängt.

Die Schüler von früher reden nur Latein, außer beim Mathewettbewerb: Einer der coolen Kids tritt gegen eines der Weißkragen an. Während das Mädchen aus der Vergangenheit alle bis auf eine Aufgabe richtig lösen kann, bricht der andere unter dem Leistungsdruck zusammen. Niedergeschmettert kauert er auf dem Boden und muss die „Looser“-Rufe aller Kinder über sich ergehen lassen.

Gezeigt wird, dass früher zwar strengere Vorschriften und Kleiderordnungen galten, aber die Schülergemeinschaft mit Ausgrenzung und Zusammenhalt die gleiche ist. Ähnliches gilt für den Lernstoff: Mit Wischmops in den Händen stehen die Schüler der Theater-AG um einen Tisch mit Labormaterialien und sagen im Chor „Der Zauberlehrling″ von Johann Wolfgang von Goethe auf. In der nächsten Szene tanzen sie zu einer vertonten HipHop-Version der Ballade.

Mit viel Elan und Freude bewältigen die Schüler Tanzeinlagen und komplizierte Konjunktionen lateinischer Wörter. Oder kauen laut schmatzend Kaugummi, um es dann, alle in einer Reihe stehend, wieder in einen Mülleimer zu spucken. Teils sehr humoristisch wird gezeigt, dass es bei der Schule heute und früher nicht nur um Leistung, sondern auch um Gemeinschaft geht. Und was ist mit der Zukunft? Mit einem lautem „Die Zukunft sind wir″, beenden die Schüler mit verschlungenen Händen die Inszenierung. Ein gelungenes Beispiel für ein Theaterstück für die Jubiläumsfeier einer Schule. Nicht allzu komplex, aber durchaus sehr unterhaltsam.
Von Madita Eggers

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