»Wie viel Zeit haben wir noch?«

Wer ist Thomas?
Was passiert eigentlich, wenn man stirbt? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wie kann man sich das vorstellen? Mit diesen Fragen haben sich die Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs Darstellendes Spiel der Neuen Oberschule auseinandergesetzt, woraus ein sehr besonderer Abend entstanden ist.
Moderiert wird der Abend von den „drei Engeln für Franzi“. Drei Jungs mit weißem, aufgeknöpftem Hemd und sonst schwarzer Kleidung sitzen lässig auf einem Tisch vorne rechts auf der Bühne. Sie philosophieren darüber, was nach dem Tod passiert. Kommt man in den Himmel? In die Hölle? Oder ist da förmlich nichts, was einen erwartet? Oder gibt es doch sowas wie Wiedergeburt? Sie unterhalten sich ganz frei, als wenn sie alleine wären, blenden das Publikum aus. Trotzdem sind wir als Zuschauer unmittelbar Teil dieses privaten Moments und man möchte gerne mit in die Diskussion einsteigen. Im Nachgespräch erzählen die Drei, dass sie die Dialoge weitestgehend improvisiert haben. Das hat sehr gut funktioniert und hat dieses „schwere“ Thema durch die lockere, witzige und authentische Art der Jungs leicht zugänglich gemacht.
Die Bühne ist dunkel. Die Schülerinnen und Schüler sind schwarz gekleidet. Ein Mädchen mit gelocktem braunen Haar und roter Bluse sticht aus der Masse. Sie ist verzweifelt, da ihr Freund mit seinem Leben ringt. Sie ist auf dem Weg zu ihm ins Krankenhaus. Doch auf der Strecke begegnen ihr immer wieder Hindernisse. Diese werden von den Schülerinnen und Schülern auf abstrakte Art und Weise dargestellt. Massen, Pulke, Formationen, monotone Gesichtsausdrücke. Sie kämpft sich durch die einzelnen Hürden hindurch.
Aber wie sieht denn das Leben nach dem Tod nun jetzt aus?!
Im Himmel ist alles möglich. Dort ist es einfach nur himmlisch. Jeder kann das, was er schon immer können wollte. Liegestütze, Flick-Flack, so viel essen wie man will und natürlich himmlische Klänge auf der Geige spielen. Das Ganze wird mit den Worten „das ist vielleicht himmlisch“ kommentiert…Ok zu langweilig auf Dauer…
In der Hölle ist es heiß. Sehr heiß. Man bekommt ekliges, veganes Essen und Ingwertee serviert, obwohl man das gar nicht bestellt hat. Und man ist alleine. Nein, doch nicht. Man ist mit allen Leuten zusammen, von denen man gehofft hatte, man würde sie nie wiedersehen. Jetzt darf man die Ewigkeit mit Ihnen verbringen…Ok zu schrecklich…
Und im Nichts? Da ist nichts. Nur sein eigenes Echo, welches einem bedrohlich wie ein Spiegel vorgehalten wird. Aber da ist einfach Nichts…Ok noch schlimmer als die Hölle…
Oder doch Wiedergeburt? Da gibt es eine Reinkarnations-Zentrale. Jeder darf sich ein Los für ein neues Leben ziehen. Baum? Vogel? Mensch? Wenn man Mensch bleiben möchte, dann darf man alles aussuchen. Wohnort, viele Freunde, wenig Freunde, Familie, keine Familie, viel Geld, wenig Geld…Ok gar nicht schlecht…
Das Highlight des Abends ist das laute und herzliche Kinderlachen, welches permanent aus den hinteren Reihen der Tribüne ertönt. Das ist doch schon mal das beste Zeichen dafür, dass der Abend echt lustig und mehr als gelungen ist. Später wird erstmal eine Runde für die Kleine applaudiert.
Am Ende Cliffhanger: Lebt Thomas? Wer ist Thomas?
Von Stella Wörner

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